Klimaschutz-Chronik: Der Weg nach Paris 2015

Seit der Klimarahmenkonvention 1990 nehmen sich die Vereinten Nationen dem Klimaschutz an. Nach dem Kyoto-Protokoll und vielen gescheiterten Verhandlungen muss in Paris endlich ein neuer verbindlicher Vertrag beschlossen werden.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 20.11.2015 16:32

In einer Woche trifft sich die Welt in Paris zur UN-Klimakonferenz, um einen neuen Klimaschutz-Vertrag zu vereinbaren. Die Vereinten Nationen haben sich 2011 darauf geeinigt, bis 2015 einen Nachfolgevertrag für das auslaufende Kyoto-Protokoll zu erarbeiten. Damit stehen die Staaten zwischen dem 30. November und 11. Dezember unter großem Druck, bei der 11. Welt-Klimakonferenz zu einer Einigung zu finden. Wie und warum es zu diesem Handlungsdruck gekommen ist, zeigt ein Blick auf die Chronik des UN-Klimaschutzes.

Die Geschichte des gemeinschaftlichen Klimaschutzes der Vereinten Nationen beginnt spät. Erst 1992 erkannte die UN in Rio de Janeiro die Erderwärmung als ernsthaftes Problem an. Die Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) trat aber erst 1995 in Kraft und ist seitdem das Klimaschutzabkommen der UN, das von mittlerweile 195 Staaten ratifiziert wurde. Sie verpflichtet die Staaten zum Handeln, um eine gefährliche vom Menschen verursachte Veränderung des Klimasystems zu verhindern. Die Klimarahmenkonvention bildet den Kontext für die jährlich stattfindenden Konferenzen zum Klimaschutz.

Allerdings dauerte es nach 1995 weitere drei Jahre bis eine rechtlich verpflichtende Vereinbarung getroffen wurde. Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 von 15 EU-Ländern und 23 weiteren Industriestaaten beschlossen und stellte erstmals eine Verpflichtung der Industrieländer dar, ihre Emissionen zu senken. Allerdings stieß der Ansatz auf Widerstand. Die USA als eine der größte Emittenten weigerten sich das Abkommen zu akzeptieren. Entwicklungs- und Schwellenländer wie China und Indien spielten hingegen in der ersten Fassung keine Rolle. In den nächsten vier Jahren einigten sich die Länder auf eine genaue Durchführung des Kyoto-Protokolls, 2005 trat es endgültig in Kraft. Doch obwohl mittlerweile 191 Staaten Träger des Kyoto-Protokolls sind, haben bis heute die größten Emittenten den Vertrag nicht ratifiziert.

Das Kyoto-Protokoll verpflichtete die verzeichneten Industriestaaten, ihre Treibhausgasemissionen zwischen 2008 und 2012 um insgesamt mindestens fünf Prozent gegenüber den Emissionen des Jahres 1990 zu senken. In den folgenden Jahren diskutierten die Teilnehmer auf den UN-Klimakonferenzen über das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls. Alle Einigungsversuche scheiterten, der enttäuschende Tiefpunkt war 2009 mit der Klimakonferenz in Kopenhagen erreicht. Die teilnehmenden Regierungen sollten hier einen Anschlussvertrag festlegen, doch die Verhandlungen scheiterten.

Aus Ermangelung an Alternativen einigte sich die Weltgemeinschaft zwei Jahre später auf eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls. Bis 2020 sollen alle Unterzeichnerstaaten ihre Emissionen um insgesamt 18 Prozent gegenüber 1990 reduzieren. Mit Beginn der zweiten Verpflichtungsperiode 2013 erklärten große Nationen wie Russland, Kanada, Japan und Neuseeland ihren Austritt. Dadurch beteiligen sich mittlerweile nur noch Staaten an den Klimavereinbarungen, die für 13 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind.

Umso wichtiger ist es, dass die UN-Klimakonferenz in Paris ein Erfolg wird. Die Vereinten Nationen haben festgelegt, dass bis 2015 ein neuer verbindlicher Vertrag erarbeitet werden muss. Die neue Vereinbarung soll festlegen, dass die Staaten ihre Treibhausgase so stark reduzieren, dass die durchschnittliche Erderwärmung nicht über zwei Grad steigt. Der Zwang für eine moderne Klimapolitik soll künftig auch für Entwicklungs- und Schwellenländer gelten. Streitpunkte sind insbesondere finanzielle Hilfen für die Entwicklungsländer zur Umsetzung der geforderten Maßnahmen sowie die Frage, wer bei Schäden infolge des Klimawandels haften muss.

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Quellen:
nationalgeographic.de
bmub.bund.de
bmub.bund.de