Klimaschutz-Index als Indiz für Unternehmensbemühungen

Das Thema Klimaschutz ist anscheinend auch in der Industrie angekommen. Ein neuer Klimaschutz-Index zeigt, dass insbesondere die emissionsstarken Unternehmen durch Bemühungen hervorstechen, ihre CO2-Werte zu verbessern.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 07.11.2014 11:33

Die größten Umweltsünder unternehmen die meisten Anstrengungen zur Reduktion ihrer CO2-Emissionen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Umweltorganisation CDP, der zufolge 187 von 350 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch positive Klimaschutz-Maßnahmen auffallen und in den neuen Index aufgenommen wurden. "Mit dem Climate Performance Leadership Index wollen wir Emissionsverringerungen und Umweltschutzreformen belohnen", sagt Susan Dreyer von CDP (Carbon Disclosure Project). Die Bewertungskriterien beurteilten die Effektivität von Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes und die Transparenz bezüglich dieser Umweltschutzaktivitäten.

Umdenken bei den größten Emittenten in Hinblick auf den Klimaschutz


Paradoxerweise schnitten die Firmen mit hohen Ausstoßwerten zumeist besser ab. Die ersten fünf Plätze gingen an den Chemieriesen Bayer, den Automobilkonzern BMW und Daimler, die Commerzbank sowie den Energiekonzern EnBW. 99 der befragten Unternehmen hätten konkrete Pläne zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen. Beispielsweise möchte Bayer bis 2020 seine Energienutzung um 10 Prozent effizienter gestalten und seine Treibhausgase um ein Fünftel im Vergleich zu 2012 senken. BMW hat für alle Firmenteile detaillierte Klimaschutz-Pläne erarbeitet und Daimler verfügt über ein „zentrales CO2 Projektteam“.

CO2-Prouktion in den Lieferketten sind die Kehrseite der Medaille


17 Firmen konnten laut der Studie ihren durchschnittlichen Ausstoß an Treibhausgasen um vier Prozent senken. Insgesamt haben die 187 in den Index aufgenommenen Unternehmen 33 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Allerdings seien nur die Emissionen gesunken, die direkt von den Konzernen verursacht werden, bei eingekauften Produkten seien 2013 sogar drei Prozent mehr CO2 entstanden. Nur ein Achtel der Unternehmen konnten im Rahmen der Befragung befriedigende Auskünfte über Emissionen in ihrer gesamten Lieferkette geben. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf, insbesondere weil in der restlichen Lieferkette teilweise die vierfache Menge an Treibhausgasen entsteht. Auch bei der Bereitwilligkeit zur Offenlegung der Emissionsdaten und Gegenmaßnahmen sehen die Studienverantwortlichen Verbesserungspotenzial.

Quelle:
Spiegel