Schlechte Ökobilanz im „Nachhaltigkeitsindikator 2015“

Deutschland ist dabei, Vorzeigeland in Sachen Nachhaltigkeit zu werden. Vor allem die Bereiche Wirtschaft und Soziales brillieren, nur beim Thema Umweltschutz muss das Land noch etwas mehr tun.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 14:11

Deutschland ist beim Thema Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg, urteilt die KfW-Bank in ihrem „Nachhaltigkeitsindikator 2015“. Wirtschaft, Beschäftigung und Treibhausgasemissionen verzeichneten im Berichtsjahr 2014 positive Entwicklungen. Doch ausgerechnet der Umweltschutz zählt neben Investition, Innovation und Bildung zu den Bereichen, in denen es deutliche Verschlechterungen gab.

Insgesamt gute Noten für deutsche Nachhaltigkeit


Es ist der achte Bericht, den die staatliche Förderbank KfW, die dem Bund und Ländern gehört, vorlegt. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung fließen auch der gesellschaftliche Zusammenhalt sowie Umwelt in den Indikator ein, um im Gegensatz zum BIP nicht nur ein ökonomiezentriertes Abbild der Entwicklung Deutschlands zu geben. Die Bilanz der KfW-Bank lautet: „Die nachhaltige Entwicklung in Deutschland kommt weiter voran.“ Der Gesamtindikator weist am Ende den Wert 0,5 auf und liegt damit nur knapp unter dem bisherigen Rekordjahr 2011 mit 0,6. Die Skala geht von minus zwei bis plus zwei, wobei eine Verschlechterung mit negativen und eine Verbesserung mit positiven Werten angegeben wird. 2014 war die Entwicklung etwas besser als im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2013. „Der anhaltende Trend zu mehr Nachhaltigkeit hat ein starkes Fundament“, bewertet die Förderbank die jüngsten Entwicklungsverläufe.

Im Vergleich zum historischen Durchschnitt gibt es in allen drei Bereichen Verbesserungen. Die Bewertung der wirtschaftlichen und sozialen Bereiche ist mit 0,8 und 0,6 jedoch deutlich besser als die ökologische Entwicklung mit 0,3. Dies ist insbesondere auf die zunehmende Luftverschmutzung zurückzuführen, vor allem durch mehr Ammoniak-Emissionen aus der Intensiv-Landwirtschaft bedingt, sowie auf die gesunkene Effizienz der Rohstoffnutzung in der Industrie. Beide gehen mit dem Wert minus eins in die Beurteilung ein. Der Index für Artenvielfalt und Landschaftsqualität liegt sogar beim Wert minus zwei.

Umweltschutz weiter forcieren


Dennoch stellt die Gesamtbewertung des Bereichs Umwelt eine Verbesserung dar. Im Vorjahr hatte die KfW-Bank hier insgesamt eine 0,0 vergeben. Der leicht positive Trend basiert insbesondere auf den guten Entwicklungen in den Schlüsselbereichen Klimaschutz und effiziente Energienutzung. Nach dem die Treibhausgasemissionen 2012 und 2013 angestiegen waren, konnten sie im vergangenen Jahr wieder um 4,3 Prozent reduziert werden. Zudem stieg die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität um 6,7 Prozent an – wenn auch teilweise aufgrund der milden Witterung. Nach Meinung der KfW wirken die Klimaschutzmaßnahmen. „..., wenngleich es noch erhebliche Anstrengungen erfordern wird, die Ziele der Bundesregierung zu erreichen.“ Das Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken, ist mittlerweile in weite Ferne gerückt. Bis 2014 konnten erst 27 Prozent erreicht werden.

In Bezug auf die von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) fällt die KfW jedoch ein positives Urteil: „Die positiven Resultate des KfW-Nachhaltigkeitsindikators 2015 stimmen optimistisch, dass die SDGs für Deutschland nicht nur eine Vision bleiben müssen.“

Quelle:
klimaretter.info