Ökologischer Fußabdruck: Ab morgen lebt Deutschland auf Pump

Am heutigen 02. Mai ist es in diesem Jahr soweit: Deutschland hat den sogenannten Erdüberlastungstag erreicht. Ab morgen leben wir laut den Berechnungen der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch für den Rest des Jahres „ökologisch auf Kredit“ - die Ressourcen für den Lebensstil hierzulande können nicht mehr nachhaltig gedeckt werden.

von Matthias Epkes
News

Datum: 02.05.2018 10:47

Normalerweise gibt es den bekannteren, globalen „Earth Overshoot Day“, der vom Global Footprint Network bekannt gegeben wird, erst Anfang August. Genau ab diesem Tag lebt dann nämlich in der Regel die Erdbevölkerung auf Pump. Für diese Berechnung wird der ökologische Fußabdruck herangezogen, einerseits daraus ermittelt wird, was die Erde in einer bestimmten Zeit an Ressourcen und Kapazität anbieten kann und zum anderen über die Aufnahmekapazität der Erde von Abgasen und Müll bestimmt wird.

Den „Earth Overshoot Day“ gibt es auch für die Lebensstandards einzelner Länder. Deutschland – wie viele andere Industrienationen – erreicht seinen persönlichen „Feiertag“ deutlich eher im Jahr. 2018 bereits am 02. Mai. Ein Funken Hoffnung: Immerhin verschiebt sich dieser Termin in diesem Jahr nach hinten. Wenn man allerdings bedenkt, dass es diesen Tag eigentlich gar nicht geben sollte, ist es trotzdem kein gutes Ergebnis. „Es ist bisher keine Trendwende bei unserem viel zu großen Ressourcenverbrauch in Sicht", sagt Julia Otten von Germanwatch. „Der Tag zeigt, dass wir schnell unseren CO2-Ausstoß verringern müssen, der in Deutschland seit 2009 nicht mehr gesunken ist. Der ökologische Fußabdruck der Menschen und der Wirtschaft hierzulande muss deutlich kleiner werden." Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie wir, bräuchte es drei Erden, um nicht auf Pump zu leben.

Die Kosten, die vor allem die Industrienationen verursachen, tragen neben den kommenden Generationen, besonders Menschen in anderen Regionen, die in ihrer Lebensweise teilweise drastisch eingeschränkt werden.

Wer sehen möchte, wie der eigene, individuelle Fußabdruck aussieht, kann das unter dem Link footprintnetwork.org machen.

Quelle:
Pressemitteilung von Germanwatch