Papst warnt eindringlich vor Folgen des Klimawandels

Am morgigen Montag beginnt die UN-Weltklimakonferenz in Paris, auf dem die Welt eine neue Strategie finden will, den drohenden Klimakollaps abzuwenden. Stimmen zum Gipfel gab es im Vorlauf reichlich, auch der Papst mahnte nun zum Handeln. Damit bekommen Klimaschützer einen prominenten Fürsprecher.

von Matthias Epkes
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Datum: 27.11.2015 17:24

Pünktlich zum Weltklimagipfel kommt der Beistand von ganz oben. Während seiner Afrikareise hat der Papst in der kenianischen Hauptstadt Nairobi deutliche Worte in Richtung Klimakonferenz von Paris gefunden. Er nannte es eine „Katastrophe“, dass bei Verhandlungen oftmals einzelne Interessen vertreten würden und dadurch eine Einigung blockieren würde. Er sehe im Klimawandel schwerwiegende Folgen, die bei negativen Ergebnissen der Verhandlungen nicht verhindert werden könnten.

Der Klimawandel betreffe nach seinen Worten vor allem die ärmeren Bewohner dieser Welt. „Die Auswirkungen des Klimawandels verringern, die Armut bekämpfen und Respekt für die Menschenwürde garantieren“, formuliert der Papst seine Forderungen vom Klimagipfel. Außerdem forderte er darüber hinaus eine neue Kultur des Miteinander statt der von ihm kritisierten vorherrschenden „Wegwerfkultur“. Die Klimakonferenz findet über zwölf Tage bis zum 11. Dezember nördlich von Paris statt.

Der Papst als selbsternannter Klimaschützer


Damit sendet das katholische Oberhaupt ein deutliches Signal an die 147 Gipfelteilnehmer. Ganz nach dem Motto: Wenn die Welt schon zugrunde geht, dann doch lieber – so Gott will – in Form eines Jüngsten Gerichts und nicht durch einen von Menschen verursachten Klimawandel. Der Papst veröffentlichte bereits im Juni dieses Jahres eine Enzyklika, in der es im Besonderen um den Klimaschutz geht, aber auch um das Zusammenleben auf diesen Planeten an sich. Er fordere dabei auf, nicht nur die Umwelt zu achten, sondern auch immer seinen nächsten und das Wohl aller.

Paradox: Fliegen für den Klimaschutz


Bei seiner Reise besucht das christliche Oberhaupt neben Kenia auch die afrikanischen Länder Uganda und Zentralafrikanische Republik. Interessant dabei: Laut der Seite atmosfair.de, bläst allein eine Person, die per Linienflug von Rom nach Nairobi reist, insgesamt 1,5 Tonnen CO2 in die Luft. Damit könnte der CO2-Ausstoß des Papstes allein mit seinem Hinflug fünf Mal so hoch wie der eines Kenianers im gesamten Jahr liegen. Über die ausgestoßenen Klimagase im Zuge der Klimakonferenz von Paris, bei der die Teilnehmer aus allen Erdteilen anreisen, möchte man dabei kaum nachdenken.

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Quellen:
atmosfair.de
N-tv.de
Zeit
Wikipedia