Richtiges Heizen spart Energie

In der kalten Jahreszeit schießen die Verbrauchszahlen und Stromrechnungen durch Beleuchtung und Heizen schnell nach oben. Doch schon mit wenigen Tipps für das richtige Heizverhalten lassen sich Geldbeutel und Umwelt schonen. Das Energieverbraucherportal hat ein paar Tipps zusammengestellt.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 24.02.2018 12:11

Mit dem ersten Kälteeinbruch im Winter kommt zwangsläufig der Beginn der Heizperiode. Wer von draußen in die eigenen vier Wände kommt, möchte wenigstens drinnen nicht frieren müssen. Doch beim Gedanken an die jährliche Strom- und Heizabrechnung greift manch einer lieber zu einem zusätzlichen Pullover und der Wolldecke statt zum Heizungsthermostat. Wer jedoch ein paar Gewohnheiten beim Heizverhalten ändert, kann ohne schlechtes Gewissen seiner vernachlässigten Heizungsanlage ihre Daseinsberechtigung zurückgeben und sie in Betrieb nehmen.

 

Konstante und differenzierte Wärmeverteilung das A und O beim Heizen


Eine von Menschen als angenehm empfundene Raumtemperatur liegt zwischen 19 und 22°C. Dennoch müssen nicht alle Wohnräume auf die kuschelige Wohnzimmertemperatur hochgeheizt werden. Während es im Wohn- und Esszimmer gerne 19 bis 21 °C sein dürfen, reichen in der Küche häufig 18°C, da hier der Herd und Kühlschrank mitheizen. Im Bad kann es mit etwa 22°C gerne etwas wärmer sein, in Flur und Schlafzimmer hingegen reichen Temperaturen um 16°C aus.
Viel kälter sollten diese aber auch nicht werden, da sich in stark ausgekühlten Räumen die Feuchtigkeit sammelt und durch Kondensation die Gefahr von Schimmelbildung birgt. Als Faustregel gilt, jedes Grad weniger verringert die Heizkosten um rund 6 Prozent.

Obwohl es auf den ersten Blick nutzlos erscheinen mag, ein leeres Haus durchgängig zu heizen, ist es energetisch sinnvoll, ein einigermaßen gleichmäßiges Raumklima zu erhalten. Werden bei jedem Verlassen der Wohnung die Heizkörper komplett heruntergedreht, kühlen insbesondere unsanierte Häuser schnell aus. Es bedarf dann jedes Mal viel Energie und Zeit, die Räume wieder aufzuheizen. Daher sollten Heizungen konstant auf niedrigem Niveau (Einstellung 1) laufen und bei Anwesenheit der Bewohner auf Stufe zwei oder drei hochgedreht werden.

 

Fenster und Türen geschlossen halten


Auch im Winter muss gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu reduzieren und die Räume mit frischer Luft zu versorgen. Allerdings erfolgt der Luftaustausch, der mit der Feuchtigkeit die Gefahr von Schimmelbildung vertreibt, bei gekippten Fenstern nur langsam; es entweicht vor allem Wärme. Wesentlich effizienter ist kurzes, etwa fünfminütiges Stoßlüften bei ausgeschalteter Heizung.
Nicht nur Fenster sondern auch Zimmertüren sollten vor allem nachts geschlossen bleiben, um ein Auskühlen der Wohnung zu verhindern. Falls vorhanden, ist es außerdem ratsam nachts Vorhänge und Rollläden vor den Fenstern zuzuziehen. Dies vermeidet zusätzlichen Wärmeverlust über die Fensterflächen. Allerdings sollten Vorhänge nicht über die Heizkörper reichen. Wie auch Möbel verhindern Gardinen vor Heizkörpern, dass die Wärme ungehindert in den Raum geht.

 

 

Kleine Investitionen mit großer Wirkung


Langfristig ist die Ersparnis mit einer guten Wärmedämmung und Isolierung am größten. Aktuelle Baustandards beinhalten bereits hohe Auflagen bei der Fassadenkonstruktion, doch schon mit kleineren Maßnahmen lassen sich die Heizkosten senken. Durch den Austausch alter Fenster oder zumindest durch die Prüfung ihrer Abdichtung kann der Wärmeverlust erheblich reduziert werden, denn bis zu 20 Prozent der Energie gehen durch Zugluft verloren. Neue Schaum- oder Gummidichtungen bei Fenstern sowie Dichtungsbürsten an Eingangs- oder Balkontür bewirken bereits kleine Wunder.

Auch die Überprüfung der Heizungsanlage oder dessen Entlüftung - wenn diese Geräusche von sich gibt - sind schnell erledigt und können die Heizleistung steigern. Zudem sind elektronisch gesteuerte Thermostatventile eine lohnende Investition, da sie mit einem Sensor ausgestattet automatisch auf Schwankungen reagieren oder separat für die Tages- und Nachtzeit programmiert werden können.

Quellen:
Verbraucherzentrale
Heizspiegel.de
Test.de