Regionale Differenzen bei Strompreisen

Der Strompreis hängt nicht nur vom Versorger sondern auch vom Wohngebiet ab. Der regionale Unterschied kann bis zu 25 Prozent betragen. Schuld daran sind vor allem die Netzentgelte.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 14:08

Auf dem Energiemarkt tummeln sich zahlreiche Anbieter, mit teilweise erheblichen Preisunterschieden. Doch der Strompreis variiert nicht nur von Anbieter zu Anbieter, sondern auch zwischen den Regionen. Bis zu 25 Prozent beträgt der regionale Unterschied innerhalb Deutschlands laut einem Strompreisvergleich des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer e. V. (VEA). Die neuen Bundesländer zahlen im Schnitt mehr als die alten. Zusätzlich ist der Strompreis in ländlichen Gebieten höher als in Städten. Zurückzuführen ist das insbesondere auf die Netzentgelte.

Lokaler Wettbewerb und Netznutzung als Kostentreiber


Im Osten liegt der durchschnittliche Strompreis etwa 7,6 Prozent höher als in den westlichen Bundesländern. „Die Preisunterschiede beim Strom zwischen den einzelnen Energieversorgern ergeben sich vor allem durch die Netznutzungsentgelte“, erklärt Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. „Sie machen etwa ein Sechstel des Strompreises aus und werden regional umgelegt.“ Stromanbieter müssen an die Netzbetreiber Durchleitungs- und Transportkosten zahlen, die sie wiederum auf die Verbraucher umlegen. Im Zuge des Netzausbaus der Energiewende haben sich die Netzentgelte in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Gleichzeitig hängen die lokalen Preise auch vom Wettbewerb ab, wie Dr. Jörg Heidjann vom Portal StromAuskunft.de weiß. Vor allem bei regional agierenden Stromanbietern seien die Preisunterschiede augenscheinlich. Überregionale Anbieter verringern hingegen die regionalen Differenzen, indem sie sich bei der Preisfindung an den Konditionen der örtlichen Grundversorger orientieren, aber deutlich unter dem lokalen Preisniveau bleiben.

Tarifvergleich lohnt sich überall


Da die Preise also trotz fester Komponenten wie der EEG-Umlage und den Netzentgelten auch einigen Spielraum für die Versorger lassen, lohnen sich ein Preisvergleich und häufig auch der Anbieterwechsel in allen Regionen. Vor allem Verbraucher, die noch bei ihrem Grundversorger sind – laut Bundesnetzagentur rund 45 Prozent der Haushalte – oder schon lange vom gleichen Versorger beliefert werden, können durch einen Anbieterwechsel große Einsparungen erzielen.

Der Preisvergleich des VEA erfolgte 2014 für insgesamt 50 große Netzgebiete, sodass ein erheblicher Teil des deutschen Stromnetzes erfasst wurde. Die günstigsten Gebiete waren Rheinische NETZGesellschaft mit dem Versorgungsgebiet Köln, Stadtwerke Karlsruhe Netze, VNB Rhein-Main-Neckar in Darmstadt, Syna in Frankfurt und Stromnetz Hamburg. Die fünf Versorgungsgebiete mit den höchsten Durchschnittsstrompreisen sind Wemag Netz in Schwerin, Energieversorgung Halle Netz, Stadtwerke Leipzig Netz, ÜWAG Netz Fulda und Mitteldeutsche Netzgesellschaft in Halle (Saale).

Quellen:
vea.de
n-tv.de
Augsburger Allgemeine Zeitung