Windräder verschmutzen Nord- und Ostsee

Oberhalb der Wasseroberfläche produzieren sie sauberen Strom, doch unter Wasser sind Offshore-Windräder Umweltsünder. In den kommenden Jahren werden sie mit mehreren tausend Tonnen giftiger Metallverbindungen die Meere belasten.

von Bente Löhndorf
News

Datum: 11.11.2015 13:49

Offshore-Windparks gelten als platzsparend, effektiv und vor allem umweltfreundlich. Neueste Erkenntnisse bestätigen jedoch, was Forscher und Umweltschützer seit langem befürchten: Windräder verschmutzen die Meere mit giftigen Metallverbindungen. Ausgerechnet der Einsatz sogenannter Opferanoden, die das Verrosten der stählernen Fundamente der Windräder verhindern sollen, sind die Schuldigen. Sie bestehen hauptsächlich aus Aluminium und zu kleineren Anteilen aus Zink und Schwermetallen, und lösen sich allmählich im Wasser auf. Die Folgen für die Umwelt sind bislang noch nicht abzuschätzen.

Bei einer Lebensdauer von 25 Jahren gibt jedes einzelne Windrad laut Berechnungen der Bundesanstalt für Wasserbau allein durch den montierten Rostschutz der Stahlfundamente bis zu zehn Tonnen Aluminium an das Wasser ab. Wenn der Ausbau im aktuellen Tempo fortschreitet und die Ausbauziele von 6500 Megawatt Leistung durch Offshore-Windparks bis 2020 erreicht wird, könnte das eine zusätzliche Belastung von 13.000 Tonnen Aluminium in Nord- und Ostsee mit sich ziehen. Abhilfe könnte eine alternative Methode schaffen, die bislang vor allem in der Schifffahrt Anwendung findet und bei der Stahl elektrisch vor Rost geschützt wird. Allerdings ist diese Technik weitaus wartungsintensiver und dadurch teurer.

Quelle:
Spiegel